Feuer und Flamme für den Naturschutz – Heidepflege im Marienfließ

Flammen züngeln von Heidestrauch zu Heidestrauch. Ein leichter Wind treibt die Flammenfront über die mit einzelnen Kiefern bestandene Heidefläche. Am Rand der Fläche, wo zuvor ein Schutzstreifen abgebrannt worden war, erstirbt das Feuer von selbst. Die Fachleute des Seehäuser Brand- und Katastrophenschutzunternehmens DiBuKa GmbH und des Naturschutzplanungsbüros RANA aus Halle sind zufrieden. Die Pflegemaßnahme am 26. Februar 2014 auf einer über vier Hektar großen Fläche auf dem ehemaligen Schießplatz Marienfließ, im Norden des Landkreis Prignitz, ist erfolgreich verlaufen. Überalterte Heidesträucher hat das Feuer oberflächlich aufgezehrt. Bald werden die Sträucher wieder austreiben und bereits im kommenden August wird die Heide in ihrem lila Kleid zu sehen sein.

Der Feuerlöschpanzer der DiBuKa GmbH überwacht den Feuereinsatz auf den munitionsbelasteten Heideflächen.Naturschutzfachleute und Vertreter der Feuerwehr begutachten die gelungene Pflegemaßnahme

Besonders erschwert wird die Heidepflege auf dem ehemaligen militärischen Übungsplatz Marienfließ durch Reste von Munition und Explosivstoffen. Zwar war die hiesige Fläche zuvor von Kampfmittelexperten oberflächlich abgesucht worden, weil sie gleichzeitig Demonstrationsobjekt für eine Gruppe von Naturschutz- und Forstexperten ist, absolute Sicherheit gibt es aber nie. Deshalb hat DiBuKa-Geschäftsführer Hans-Joachim Schulz auf gepanzerte Spezialtechnik gesetzt. Ein Feuerlöschpanzer steht während der Brennaktion bereit. Vollgetankt mit elftausend Litern Löschwasser wäre er in der Lage jederzeit einzugreifen. Doch gebraucht wird er heute nicht und auch die örtlichen Feuerwehrleute sehen mit Interesse, aber in Ruhe, zu.

Durch kontrollierten Feuereinsatz wird überalterte Heide abgebrannt und verjüngt.Marienfliess 2014 IMG_6006

Der Einsatz kontrollierten Feuers ist seit Jahrhunderten ein bewährtes Mittel zur Verjüngung von Heiden. Ohne Pflege, das macht Diplom Biologe Frank Meyer vom Planungsbüro RANA klar, würden diese für den Naturschutz wichtigen Lebensräume langsam zu Wald werden. Die auf die offenen Heiden angewiesenen und inzwischen sehr selten gewordenen Arten würden verschwinden. Die Naturschützer aus Halle haben sehr gute Erfahrungen mit dem Brennen von Heide gemacht. Das oberflächlich brennende Feuer nimmt die Lebewesen, die sich um diese Jahreszeit meist in die obersten Bodenschichten zurückgezogen haben, kaum in Mitleidenschaft. Die Hitze sei im Boden schon nach wenigen Zentimetern nicht mehr zu spüren, so Meyer.

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Umfangreiche Praxiserfahrung im Abbrennen munitionsbelasteter Heideflächen haben die Experten von DiBuKa und RANA bereits in den vergangenen Jahren bei einem Modellprojekt bei Jüterbog sammeln können. Jetzt haben Sie Verfahren und Technik zur Praxisreife entwickelt. Doch bei aller Routine und Spezialtechnik ist eines klar: oberste Priorität hat immer die Sicherheit. Feuer und Munition bleiben eine gefährliche Mischung. Um in Sachen Arbeitsschutz stets auf dem neuesten Stand zu sein, hat DiBuKa-Chef Schulz sein Unternehmen zertifizieren lassen und führt mit seinen Mitarbeitern vielfältige Schulungen durch. Schließlich unterstützt er im Auftrag der Landkreise die Feuerwehren mit seinen Löschpanzern auch bei der Waldbrandbekämpfung in munitionsbelasteten Wäldern. Spezialdienstleistungen in der Landschaftspflege runden das Angebot der Firma ab.
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